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Knoblauchhaus Berlin

Knoblauchhaus Berlin

Dort wo die Wurzeln Berlins sind, steht das Knoblauchhaus. Direkt im Nikolaiviertel, in unmittelbarer Nähe zu Spree, genau neben der Nikolaikirche. Zur 750 Jahr Feier 1987 wurde das gesamte Nikolaiviertel restauriert, renoviert und auf Hochglanz gebracht. Selbstverständlich wurde auch an das Knoblauchhaus Hand angelegt.

Es ist ein historischer Schatz, das die Geschichte der Architektur und der der Familie Knoblauch erzählt. Und es ist ein altes Haus. Schon die Eingangstür quietscht beim Eintreten. Der Dielenboden knarrt und ächzt unter jedem Schritt und das im gesamten Haus. Die Türen und Fenster hängen immer etwas schief an den Bändern, die Treppenstufen sind über die letzten 200 Jahre schon richtig ausgetreten. Alle Details des Hauses scheinen zu leben und mit den Besuchern zu sprechen. Kein Museumsplaner hätte es besser machen können.

Immerhin ist das Haus über 250 Jahre alt, 1759-1761 erbaut, und das älteste erhaltene Bürgerhaus in Berlin-Mitte. Vor der Renovierung zur 750 Jahr Feier wurde das Haus bereits in den Jahren 1806 und 1836 umgebaut. In dieser Zeit erhielt das ursprünglich im Rokoko-Stil erbaute Haus seinen frühklassizistischen Charakter. Ob das Treppenhaus noch aus der Zeit der Erbauung stammt, oder erst später so erstellt wurde, konnte der Autor nicht in Erfahrung bringen. Pläne aus dem Jahr 1911, die im Museum aushängen, zeigen auf jeden Fall den noch heute existierenden Treppengrundriß.

Für alle Technikfans und Treppenspezialisten sei hier ein wunderbares Bespeil erwähnt, wie man einen gleichmäßigen Geländerverlauf auch im Krümmlingsbereich realisieren kann. Die Stufen laufen im Wendelbereich mit runder Vorderkante aus. Dadurch werden die Stufen unter dem Handlauf nahezu gleich bereit und der Handlauf (immer die gleiche Höhe über der Stufenvorderkante) verläuft äußerst geradlinig. Diese Art der Stufenverziehung ist heute leider komplett aus der Mode gekommen. Heute wird der Handlauf einfach mit unterschiedlichen Höhen zu den Stufenvorderkanten hergestellt und somit Wellen ausgeglichen. Oder noch einfacher. In der Wendelung ein Pfosten stellen und den Handlauf von zwei Seiten an den Pfosten anschließen. Sieht gut aus, kostet wenig und man erspart sich die Optimierung des Treppengrundrisses –  und fertig. Krümmlinge sind die Championsleague im Treppenbau – auf jeden Fall was Preis und Handwerksfähigkeiten betrifft.

Aber zurück zur Familie Knoblauch, die über mehr als 170 Jahre das Haus in der Poststraße 23 in Familienbesitz hatte und zu einer der einflußreichsten Berliner Familien gehörte. Unter anderen sei hier der Architekt Eduard Knoblauch erwähnt, aus dessen Feder die neue Synagoge in der Oranienburger Straße entstammt.

Wir können einen Besuch im Knoblauchhaus nur wärmsten empfehlen und der Hauptgrund ist sicherlich nicht der freie Eintritt. Ein Stück Berliner Architektur- und Zeitgeschichte der Extraklasse.

Die Homepage des Knoblauchhauses