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November 2016

November 2016

Wien , Wien nur Du allein sollst die Stadt meiner Träume sein….. textete Rudolf Sieczynski einst und verrät so die geographische Lage unserer Treppe im November 2016. Aber als wenn Wien allein ist noch nicht spektakulär genug wäre, nein, die Treppe befindet sich im höchten Gebäude Österreichs, dem DC Tower 1 in der Donau City. 260 Meter ragt das Gebäude von der Straßenebene bis zur Antennenspitze in die Höhe. Eigentlich ist das Hochhaus noch rund 40 Meter höher, aber die ersten 40 Meter sind die Pfahlfundamente in der Erde und die zählen nicht mit.

Den Beweis, dass Deutsche und Österreicher durchaus ähnliche Kulturen aufweisen, beweist der Umstand, dass für die Planungphase der Donau City rund 20 Jahre verbraucht wurden. Letztendlich erhielt der Entwurf des Pariser Architekten Dominique Perrault den Zuschlag und die Arbeiten direkt an der Donau begannen 2010. 2014 wurde das Gebäude mit einer gemischten Nutzung aus Hotel, Wohnungen und Büros fertiggestellt. Das Melia Hotel befindet sich in den ersten 15 Etagen und neben der Rezeption befindet sich diese moderne, extravagante Wendeltreppe aus Stahl und Stein. Das architekturbüro Jabornegg & Palffy aus Wien war für das Interior des Hotels und somit auch für die Treppe verantwortlich. Eine sehr gelungene moderne Designinterpretation, die hervorragend zum Umfeld und zum Gebäude paßt.

Elegant, großzügig und linksherum wendelt sich die Treppe vom Untergeschoß bis ins 1. OG und verbindet die Lobby mit dem Ballsaal und der Spa-Ebene.  Die Laufrichtung ist deshalb erwähnenswert, da deutlich mehr Treppen sich rechtsherum drehen. Dieses ist wiederum in der Geschichte und der Anatomie des Menschen gegründet. Es gibt rund 85 Prozent Rechtshänder in der europäischen Bevölkerung. Zu Zeiten der Ritter, Burgjungfrauen und Hofnarren konnten Eindringlinge auf den Treppen einfacher abgewehrt werden, da auf rechtsdrehenden Treppen mehr Platz für den Einsatz von Hieb- & Stichwaffen bei den Verteidigern war. Dieser Tradition folgend haben wir uns mehr an rechtsdrehende Treppen gewöhnt. Sie können sich ja mal selber beobachten, bei welcher Treppe sie sich persönlich wohler fühlen.

Der Eyecatcher bei der Treppe im Melia Hotel ist ohne Zweifel das Geländer aus gehämmertenm und polierten Edelstahlplatten. Wie im Spiegelkabinett auf dem Rummel zeigt die Oberfläche immer neue Formen, Farben und Schattierungen. Diese werden verstärkt, verzerrt und neu interpretiert. Die Oberfläche spielt mit Realität und Anonymität, mit Nähe und Entfernung, mit Größe und Verkleinerung. Eine wunderbare Idee den Raum zu erweitern, ohne durch aggressive Spieglungen aufdringlich zu sein.

Geniesen Sie die farbenfrohen November 2016 und die Spiegelungen um sich herum.

Alle 5 Tage ein Stockwerk im Zeitraffer