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Treppenauge Kudamm 32

Treppenauge Kudamm 32

Kudamm 32 – eine Berliner Adresse mit langer Geschichte und toller Architektur. 1955/56 bauten die Architekten Hans Geber und Otto Risse an der Kreuzung Uhland- Ecke Grolmanstraße das neue Verwaltungsgebäude der Hamburg-Mannheimer-Versicherungs AG. Die Architektur ist sachlich, funktionell und auf das Wesentliche reduziert – eben typisch für die 50er Jahre. Nur kurze Zeit vorher wurde das Allianzgebäude in der Joachimsthaler Straße eröffnet, dass dem Haus am Kudamm sehr ähnelt. Beiden Gebäuden ist die betonte Vertikale anzusehen. Glatte Fassaden aus Naturstein prägen die Außengestaltung und im Inneren sind in beiden Häusern Betontreppen mit einen wunderschönen Treppenauge zu finden.

Typisch für die Treppenhäuser dieser Zeit sind die betonierten Treppen, welche mit Naturstein aus Granit oder Marmor belegt wurden. Vertikale, glatte Geländerstäbe aus Rundstahl mit einem aufgesetzten Handlaufprofil aus Flachstahl prägen die Architektur aus dieser Zeit. Der letzte Schrei war damals der Handlauf aus Kunststoff, der über das Stahlprofil übergestülpt wurde.  Günstig, pflegeleicht und nahezu unendlich in der Formgebung überzeugte diese Lösung Architekten und Bauherren gleichermaßen. Am häufigsten ist dieser Handlauf in schwarz zu finden. Weitere Farben wie rot, grün oder blau sind erst seit rund 10 Jahren erhältlich. Bis weit in die 80er Jahre hinein war dieser Handlauf die erste Wahl für öffentliche Gebäude. Kaum eine Schule, Behörde oder Verwaltung aus dieser Zeit, wo dieser Handlauf nicht zu finden ist. Und oh Wunder, egal ob real exististierender Sozialismus oder kapitalistische Marktwirtschaft, in der Wahl des Handlaufes herrschte auf beiden Seiten der Mauer Einigkeit.

Heute steht das Haus am Kudamm 32 in Teilen unter Denkmalschutz. Dazu gehört die Fassade und eben auch das Treppenhaus. Eine Anwaltskanzlei nutzt 5 von 9 Etagen, weitere Anwälte und Steuerberater teilen sich die restlichen Büros. Im Richtung Kudamm vorgezogenen Flachbau hat seit Juni 2016 Udo Walz seine Hauptfiliale. Also erst zum Steuerberater und dann mit dem gesparten Geld zu Udo Walz. Kann das Leben schöner sein?