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Februar 2016

Februar 2016

Paris – Stadt der Liebe, der Mode, des Eifelturms, Heimat des Baguette, des Moulin Rouge und des Louvre. In den Letztgenannten führt uns das Kalenderbild vom Februar 2016.

Der Louvre im Herzen der französichen Hauptstadt, am rechten Seinufer gelegen hat eine Geschichte von rund 800 Jahren. Heute ist der Louvre das größte Museum der Welt mit mehr als 300000 Exponaten. Ehemals war es jedoch als Burg konzipiert worden und beherbergte seit der Zeit um 1190 immer die Könige und Herrscher Frankreichs. Und wie es bei Herrschern so üblich ist, will jeder gerne seinen Fußabdruck hinterlassen. Und so war der Louvre eigentlich immer eine Baustelle. Jeder König wollte das Neueste und Schönste in seinem Palast integriert wissen und noch mehr Strahlkraft aussenden als sein Vorgänger. 800 Jahre Baustelle, daneben fühlt sich im Verhältnis der Flughafen BER in Berlin wie ein Glühbirnenwechsel an.

Seine letzte große Baumassnahme erlebte der Louvre von 1985 – 1989 bei dem auch die Glaspyramide erschaffen wurde. Wie immer bei solcher Architektur war auch dieses neue Eingang zum Louvre heftigst umstritten. Befürworter und Gegner lieferten sich eine Schlacht, die ohne Waffeneinsatz, an die Kämpfe der franzöische Revolution erinnerte. Am Ende gingen die Pro´s als Sieger vom Schlachtfeld und kreierten so eine Landmarke, welche genauso bekannt geworden ist wie der Eifelturm. Über 21 Meter hoch, und 35 Meter breit ist die mit 633 Glasscheiben bestückte Pyramide. Einer der berümtesten Gegenwartsarchitekten, Leoh Ming Pei – Bank of China in Hongkong, John Hancock Tower in Boston oder die National Gallery of Art in Washington zählen zu seinen Arbeiten, leitete die gesamte Umbaumassnahme für den neuen Eingangsbereich des Louvre. Bis dato waren an dieser Stelle unterirdische Garagen und ein Ministriumsarchiv untergebracht.

Die Treppe ist eine freistehende Stahl-Beton-Konstruktion, die als Bogentreppe vom Erdgeschoß ins Untergschoß führt. Stufenbeläge aus Sandstein, eine Verkleidung als Aluminiumblechen und ein Ganzglasgeländer korrespondieren perfekt mit der modernen Architektur der Pyramide. Im Treppenauge befördert ein Fahrstuhl körperliche eingeschrängte Menschen von oben nach unten und auch wieder zurück. Wie kritisch die Statik bei freistehende Treppen ist, kann man auch an diesem Beispiel sehr gut fühlen. Beim schwungvollen Begehen schwingt die Treppe unter der Belastung auf und nieder. Sicherlich innerhalb der Toleranzen, aber spürbar.

Wer genau für das Design und die Umsetzung der Treppe verantwortlich war, konnte der Autor leider nicht in Erfahrung bringen. Aber vielleicht hat die Leserschaft noch den einen oder anderen Tipp parat. Wir freuen uns von euch zu hören.

www.louvre.fr