Die Eingangstreppe des Palazzo Gallio in Gravedona ist unser Kalenderbild September 2026.
Gravedona liegt am nordwestlichen Ufer des Comer Sees. Die Geschichte des heute als Kommunalverwaltung genutzten Palazzo Gallio geht rund 450 Jahre zurück und war in vielen Zeitepochen deutlich aufregender, als sie es heute ist.
Man schrieb das Jahr 1579 als der Spanische König Phillipp II. dem Bischof des heiligen römischen Reiches Bartolomeo Gallio die Herrschaft und Kontrolle der drei Pfarreien Dongo, Gravedona und Sorico übertrug. Keine Herrschaft ohne architektonische Statements war schon damals beliebt. Also ließ Gallio den Architekten Pellegrino Tibaldi den Palazzo in den Jahren 1583-1586 errichten. Der Palazzo Gallio wirkt aus heutiger Sicht eher wie ein Schloß oder eine Burg, was aber dem Umstand der eigenen Sicherheit diente. Immerhin trieb im selbigen Gebiet auch die Räuberbande des Gian Giacomo Medici sein Unwesen.
Die sehr kompakte Bauweise in Form eines Quaders, ergänzt durch die 4 Ecktürme, gibt dem Palazzo sein wuchtiges und massives Aussehen. Lediglich zur Seeseite hin wird die Bauweise durch Loggien und Balkone aufgebrochen. Der Prunk, mit dem Reichtum und Herrschaft unterstrichen wurden, war im Inneren des Anwesens ausgestellt. Hochwertigste Möbel aus Ebenholz und Elfenbein, Teppiche aus Seide, wandfüllende Gemälde und kostbares Geschirr aus vielen Ländern und Regionen zierten den Palazzo. Mit dem Tod von Bartolomeo Gallio im Jahr 1607 ging der Palast auf seinen Neffen, dem Herzog von Alvito über, sich umgehend daran machte Teil der Einrichtung nach Neapel zu bringen. Es folgten verschiedenste Eigentümer und Nutzungsformen. Mal war der Palazzo Abstellkammer, dann Krankenhaus und Kinderheim, dann versuchten sich private Eigentümer daran dem Palast wieder leben einzuhauchen, aber alles in allem mit nur mäßigem Erfolg.
Der einstige Glanz des Anwesens mit Bootsanleger, großem Garten mit exotischen Pflanzen, großem Prunksaal und aufwendig gestalteten Privaträumen lässt sich heute nur noch in Bruchteilen erkennen. Lediglich die Architektur hat die 450 Jahre fast schadlos überstanden. Neben den Verwaltungsaufgeben werden die Räumlichkeiten heute auch für Ausstellungen und Konzerte genutzt.
Wir wünschen einen entspannten September 2026.






