
Das Neuseeland durch Vulkane entstanden ist, wird einem spätestens bewußt, wenn man am Kraterrand des Maungawhau, wie der Mt. Eden bei den Maori heißt, steht. Der Berg oder besser gesagt, was nach der letzten Eruption vor 28.000 Jahren noch übrig ist, ragt 196 Meter in die Höhe. Das klingt erstmal nicht besonders viel, aber bis zur Küste ist es nicht besonders weit. Somit ist Maungahwau die höchste Erhebung in Auckland und man hat einen wunderbaren 360 Grad Überblick über die gesamte Area.
Im Norden sieht man perfekt die Habourfront und Auckland Central, im Süden Mt. Eden Village mit dem riesigen Stadion, wo die All Blacks, die Nationalmannschaft im Rugby, zu Hause sind. Im Osten und Westen die Vororte Remuera und Mt. Albert. Am Horizont kann man die umgebenden Inseln erkennen. Und nach Berlin sind es die kleine Strecke von 17.748 Kilometern, was allerdings nicht zu sehen ist. Wenn die Wolken so tief hängen wie heute, fühlt man sich direkt zwischen Himmel und Erde.
Der Krater hat eine Tiefe von rund 50 Metern. Mmmmhhh – was bedeutet das? 162 Millionen Kubikmeter Lava wurden bei der letzten Eruption ausgestoßen, das entspricht dem Inhalt von 9 Millionen Sattelzug-LKW. Wow, das deutlich mehr als der Krater vermuten läßt. Wir waren etwas überrascht, dass sich kein See über die Jahre gebildet hat, aber eine kleine Recherche hat ergeben, dass das Lavagestein so porös ist, dass es kein Wasser halten kann. Diese Erfahrung mußten auch die Ingenieure am Ende des 19. Jahrhundert machen, als die Idee der Wasserspeicherung im Krater des Maungawhau versucht wurde. Aber ein Vorteil hatte das Lavagestein für die Bauindustrie. Das Gestein wurde in mehreren Steinbrüchen abgebaut. Nahezu jeder Bordstein und unzählige Grundstücksmauern, Fundamente und Einfahrten in Auckland stammen vom Vulkan. Zum Respekt vor den Maori, die den Vulkankrater des Maungawhau immer als Essschüssel des Gottes Mataahou verehrt haben, steht er seit Jahrzehnten unter Naturschutz.
So gesehen euch allen einen ausblickreichen Tag.