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Fahrstuhl versus Treppe

Fahrstuhl versus Treppe

In vielen Wohnhäusern in Europa, die vor oder nach dem zweiten Weltkrieg gebaut wurden, sind wunderbaren Treppenaugen den modernen Aufzügen geopfert worden. Ein Kampf Fahrstuhl versus Treppe, bei dem leider die wunderschönen Treppenhäuser meistens ihren Glanz verloren haben. Einerseits, ist das Treppenauge ein genialer Platz für die Aufzüge, da diese ohne große Hausumbauten realisiert werden konnten. Sie sind wettergeschützt im Haus integriert, halten direkt vor den Wohnungstüren der Bewohner und  steigern so den Wert und die Attraktivität der Wohnungen. Anderseits geht der ganze Charme, die Großzügigkeit und der Charakter der meisten Treppenanlagen für immer verloren. Besonders furchtbar sind die Beispiele, wo das Treppenhaus reicht verziert aus den Anfängen des 20.Jahrhundert stammt und in den 1950er oder 1960er Jahren ein Fahrstuhl in postmodernem Design nachgerüstet wurde.

Das es auch anders geht, beweist ein Beispiel aus Wien. Der berühmte Wiener Otto Wagner hat 1898/1899 das ebenfalls berühmte Majolikahaus gebaut. Wem es gelingt ins Haus hinein zu kommen, der wird von einer Treppen-Fahrstuhl-Komposition empfangen, die in ihrer Gestaltung, Ornamentik und Funktionalität ihres gleichen sucht. Hier gilt nicht der Grundsatz Fahrstuhl versus Treppe, sondern vielmehr Fahrstuhl + Treppe. Treppe und Fahrstuhl bilden eine Einheit, Ornamente und Verzierungen gehen in einander über. Fahrstuhltüren und Treppengeländer ergänzen sich. Es macht Spaß beides zu nutzen. Bei unserem Besuch waren wir über eine Stunde im Treppenhaus unterwegs. Eine Etage mit dem Lift fahren, eine Etage laufen, mal hoch mal runter – ein tolles Erlebnis. Die Fahrstuhlkabine an sich erinnert noch mehr an eine kaiserliche Kutsche als an die modernen Transportkabinen, was Fahrstühle in der heutigen Zeit meist nur noch sind. Ein Spiegel, eine mit rotem Samt bezogene Sitzbank und echtholzfurnierte Vertäfelungen gehören zur Ausstattung. Und das alles ist mittlerweile fast 120 Jahre alt. Toll.

Das Fazit aus dieser Geschichte kann nur lauten, es muss nicht immer nur Fahrstuhl versus Treppe heißen, sondern in vielen Fällen könnte es auch ein harmonischen miteinander geben. Geld kosten beiden Varianten, die Schlechten genauso wie die Guten. Also warum dann nicht einfach in schick?

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