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Malzfabrik, Berlin-Schöneberg

Malzfabrik, Berlin-Schöneberg

„Hopfen und Malz – Gott erhalt`s“ weiß der Volksmund. Unter dem gleichen Motto könnte auch die Investorengruppe um den Schweizer Frank Sippel stehen, die 2009 die alte Schultheiss Mälzerei in Berlin-Schöneberg gekauft haben. 2011 wurde noch das Nachbargrundstück hinzu erworben  und so besitzen die Schweizer rund 48.000 qm eines innerstädtischen Berliner Gewerbegebietes.

Dieses Jahr, zum Tag der Architektur, konnten wir den Visionen und Ideen von Frank Sippel kennen lernen. In einem Berlin, wo der Immobilienmarkt gerade explodiert, jeder noch so kleine Winkel bebaut wird und aus der letzten Kaschemme Profit geschlagen wird, steht die 100jährige Malzfabrik irgendwie wie ein Fels in der Brandung. Hier steht Langsamkeit, Nachhaltigkeit und Bauen mit Bedacht über der Maximierung des Profits. Die einzelnen Gebäude wie Kellerei, Kachelhaus, Keselhaus, Waggonschuppen usw. werden für eine neue Nutzung entwickelt und dann langfristig vermietet. Das größte Gebäude der Malzfabrik, die Kastenmälzerei, steht immer noch leer und wird erst in einigen Jahren einem neuen Zweck zugeführt.

Die Freiflächen des zweiten Grundstückes wurden nicht einfach zugebaut, nein, man hat der Ökologie Raum gegeben. So entstand eine biologische Zisterne, die das Regenwasser der versiegelten Flächen auffängt, filtert und einer landwirtschaftlichen Nutzung wieder zuführt. In einer Aquaponic-Anlage werden Fische und Gemüse in einer Art Symbiose gehalten. Das Wasser der Fische versorgt die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen, wird von diesen gefiltert, um dann als klares Wasser wieder zu den Fischen zurück zu kommen. Nebenbei entstand ein kleiner Badesee, der wochentags von den Mitarbeitern der in der Malzfabrik ansässigen Firmen genutzt werden kann.

So denken die Eigentümer der Malzfabrik nicht in kurzfristigen Kennzahlen, sondern überlegen sich, wie man Nachhaltigkeit, Immobilien, Kunden und den Lebensraum für alle Seiten attraktiv gestalten kann. Und so wird die Geschichte der 1917 eröffneten Malzfabrik auch über den 100. Geburtstag hinaus weiter geschrieben. Zwar ist der Zweck nicht mehr der Gleiche, aber das Leben verändert sich nun einmal.

Auch die Treppen sind mittlerweile in einer interessanten Mischung auf dem Gelände zu finden. Von der alten, genieteten Stahlwangentreppe bis zur modernen Fluchttreppenkonstruktion ist alles vertreten. Alt und neu bildet eine Vielfalt, ohne die Gesamtheit der denkmalgeschützten Malzfabrik zu stören.

Wir gratulieren zum 100jährigen Bestehen und wünschen den alten Mauern, dass die nächsten 100 Jahre genauso spannend verlaufen werden. Happy Birthday alte Malzfabrik.

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