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Merckel in Grün

Merckel in Grün

Für alle, die jetzt politische Statements erwarten, muss die Enttäuschung riesig sein. Bei Merckel in Grün handelt es sich nicht um ein Hinweis zum Outfit der nächsten Sommersaison unserer Kanzlerin, sondern um ein Treppenhaus, dass wir an der TU Dresden gefunden haben. Och nee schon wieder Treppenhäuser, könnte der enttäuschte Politologe nun denken, aber das Haus wurde nach dem Professor Leopold Carl Friedrich Merckel, der eine Größe in der Theoretischen Maschinenlehre, insbesondere der mathematischen Berechnung von Kühltürmen war, benannt.

Gebaut in den Jahren 1955-57 auf dem Campus der TU Dresden nach den Entwürfen von Fritz Schaarschnitt und Gerhard Sperling. Insgesamt hat das Gebäude 43.000 qm Nutzfläche, verteilt 4 Etagen. Das zentrale Treppenhaus, direkt hinter dem mit einen Relief von Max Lachnit verzierten Eingangsbereich, ist oval angelegt. Eine zweiläufige Podesttreppe aus Beton mit Steinbelag verbindet die einzelnen Etagen. Das Geländer aus einfachen Rundstäben, die unten abgekröpft und seitlich in die Betontreppen eingesetzt sind, hat als oberen Abschluss einen aufgesetzten Flachstahl. Dieser war sicherlich mal mit einem Kunststoffhandlauf überzogen. Die Verschraubung jedes einzelnen Geländerstabes mit dem Flachstahlgurt läßt auch keinen anderen Rückschluss zu. Der aufgesetzte Edelstahl-Handlauf ist nicht original. Dieser wurde vermutlich in den 90iger Jahren hinzugefügt, da die Absturzhöhe im Treppenauge von der 4.Etage bis in den Keller größer als 12 Meter ist. In einem solchen Fall schreibt die DIN 18065 eine Geländerhöhe von 110 cm vor.

Aber trotz solcher kleiner Korrekturen ist das Treppenhaus im Merckel Gebäude noch original erhalten. Ob das Grün schon immer die erste Wahl für die Deckengestaltung war, könnte der Autor nicht in Erfahrung bringen.

Auch wenn wir jetzt schon Herbst haben. Grün entspannt die Augen und ist somit das ganze Jahr eine gesunde Farbe.

Euch allen einige farbefrohe Tage.

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