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Oberpostdirektion oder Art Deco Palais

Oberpostdirektion oder Art Deco Palais

Amtsgebäude, wie die Oberpostdirektion in München, sind meist riesige Gebäude, in denen tausende Mitarbeiter vor dem Computerzeitalter ihrer Arbeit nachgingen. Nicht weniger als 40.000 qm Grundfläche, fünf Innenhöfe, sechs Etagen und nicht weniger als 530 Räume beherbergt das ehemals größte Amtsgebäude der Stadt München. In den Jahren 1925 – 1930 wurde dieser rießige Komplex nahe dem Hauptbahnhof nach Plänen von  Robert Voroelzer, Franz Holzhammer und Walther Schmidt erstellt. Die Nähe zum Hauptbahnhof war dann auch der Grund, dass in den Jahren des zweiten Weltkrieges die Dächer der Ecktürme abgedeckt wurden und Flugabwehrgeschütze installiert wurden. Zumindest für die Oberpostdirektion selbst war diese Verteidigung erfolgreich, denn das Gebäude wurde von Kriegsschäden fast verschont.

2008 wurde die Oberpostdirektion zum Bürokomplex „Art Deco Palais“ umgebaut. Wobei die Architektur des Art Deco, der reduzierten Moderne, wie es auch genannt wird, von Anfang an bestimmendes Stilelement war. Dieses zeigt sich ins besonders in dem wunderbar renovierten Treppenhaus. Ähnlich anderen Gebäuden aus dieser Zeit ist ein offenes Treppenauge das bestimmende Element, um das sich die einzelnen Treppenläufe rechtsherum drehen. Besonders schön ist die geometrische Anordnung der Treppenläufe und der Zwischen- und Austrittspodeste. 12 Steigungen bis zum Zwischenpodest, welches genau gegenüber dem Austrittspodest angeordnet wurde und dann wieder 12 Steigungen bis zur nächsten Etage. So entsteht in dem elliptischen Treppenhaus eine ruhige Harmonie. Das Geländer verläuft in sanften Wellen vom Erdgeschoß bis hoch in die sechste Etage. Die geschmiedeten Geländerelemente mit aufgesetztem Messinghandlauf, folgen der Rankenornamentik, die in den 1920iger Jahren sehr beliebt waren.

Glücklicher Weise werden solche Treppenhäuser und Geländer gehegt, gepflegt und für hoffentlich alle Zeiten erhalten. Auch wenn das Geländer in seiner Form den aktuellen Anforderungen der DIN 18065 durch einen zu großen Abstand nicht entspricht, bleibt es wie es ist. Und hier passieren auch nicht mehr Unfälle als bei einem Geländer, welches DIN konform ist. Hoffentlich führt das mal irgendwann wieder zu Geländerformen, die jenseits von senkrechten oder waagerechten Stäben sind. Schöner, und das beweist das Treppenhaus der Oberpostdirektion eindrucksvoll, sind solche Treppen auf jeden Fall.

Euch allen wunderbare Treppenbegegnungen.

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