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Sydney Opera House – Eine Baugeschichte wie aus dem Leben

Sydney Opera House – Eine Baugeschichte wie aus dem Leben

Vermutlich erwarten alle Leserinnen und Leser die Geschichte und Bilder zur Sydney Habour Bridge und dem Sydney Opera House. Selbstverständlich wollen wir euch nicht enttäuschen. Es ist sicherlich ein Muss, wenn man schon den weiten Weg auf sich genommen hat. Fast jeder auf der Welt wird diese zwei Wahrzeichen der Stadt immer wieder erkennen. Sydney ist eine der ersten Städte die zu Silvester ins neue Jahr starten und vermutlich hat jeder auch schon mal das spektakuläre Feuerwerk auf der Habour Bridge gesehen.

Jetzt sind wir auch in den Club der Millionen Touristen aufgenommen, die das Sydney Opera House und die Habour Bridge persönlich besucht haben. Wenn man in diesen Kreis aufgenommen werden will, muss man auch die anderen tausende Touristen akzeptieren, die sich zur gleichen Zeit dort tummeln. Das gilt umso mehr, wenn wie bei uns geschehen, am Pier direkt gegenüber der Oper ein Kreuzfahrtschiff mit mehreren tausend Gästen festgemacht hat. Allerdings bleiben diese Besucher in der Regel weniger als 12 Stunden in der Stadt, da muss man schon mächtig Gas geben, um halbwegs etwas mehr als die Umgebung des Hafens zu sehen.

Aber zurück zur Oper deren Baugeschichte 1957 begann und am 20. Oktober 1973 mit der offiziellen Eröffnung endete. Eigentlich ist das Sydney Opara House ein dänisches Bauwerk auf australischem Boden. Jörn Utzon, schon damals ein berühmter Architekt aus Dänemark, gewann den internationalen Wettbewerb. Er wurde mit dem Bau der Oper beauftragt. Aber wie so häufig, Entwerfen ist die eine Seite der Medaille, die Umsetzung eine andere. So tauchten schon bald die Probleme mit der Umsetzung der komplexen Dachform auf. Die Technologie war damals eine andere als heute und so brauchten die mit Lochkarten arbeitenden Computer, ganze 18 Monate zur Berechnung der Krümmungen und der Statik. Mehr als 40 Bauzeichner waren rund um die Uhr damit beschäftigt, die rund 1700 Einzelpläne der Dachkonstruktion auf dem Laufenden zu halten. Der ursprüngliche Entwurf musste auf verschiedenen Gründen der Statik und der Gestaltung zwölfmal überarbeitet  bzw. neu entworfen werden. Bauen kostet Geld, auch eine Erkenntnis, die schon lange vor der Oper die Menschheit erreicht hat. Wenn man aber etwas Neues wagt, etwas noch nie da Gewesenes kreiert, ist das mit der Kalkulation so eine Sache. Lange Rede – die Baukosten liefen natürlich komplett aus dem Ruder. Was sicherlich einen Großteil der oben beschriebenen Baukonstruktion geschuldet ist, aber auch in der Tatsache begründet liegt, dass ein solches Bauwerk später von Künstlern genutzt werden sollte.

Wir machen mal eine kleine Zeitreise und beamen uns zurück in die Szene von vor 50 Jahren. Es treffen auf einer Baustelle permanent drei „Künstlergruppen“ aufeinander – Architekten, Opernintendanten und Stadtkämmerer, die jede für sich überzeugt ist, die Krönung der Schöpfung darzustellen. Jeder mit dem Glauben, jeden Tag ein Wunderwerk der Kunst erschaffen zu können, über den Dingen zu schweben und alle Zahlen im Griff zu haben. Ratschläge von Leuten mit Erfahrung prallen an ihnen ab, wie der Regen an einer Lotusblume, keiner gibt nach, es fliegen die Fetzen, vielleicht nicht nur verbal, vielleicht wurde aber auch Mobiliar zerstört oder bei einem Wutanfall der einen oder anderen Seite die Keramik in den Nassräumen demoliert oder jemand verlor in einer allzu hitzigen Diskussionsrunde einen Scheidezahn. Leider sind genaue Details darüber nicht überliefert. Was aber klar ist, dass Jörn Utzon 1966 Australien verließ und bis zu seinem Tod 2008 nie wieder betreten hat.

Die Oper halb fertig, die Architekten weg und kein Geld mehr in der Kasse – schöne Scheiße, ist man geneigt zu sagen. Aber als Staat hat man die Möglichkeiten Finanzströme zu lenken und neue Leute mit der Fertigstellung zu beauftragen. Mit Hilfe einer eigens dafür ins Leben gerufenen Lotterie, wurde die Finanzierung sichergestellt. Am 20. Oktober 1973 eröffnete Queen Elisabeth II. offiziell das Sydney Opera House. Seit 45 Jahren eine Berühmtheit, wie kaum ein anderes Gebäude in der Welt.

Euch allen einen schönen freien Tag.

Quelle der Fakten: Wikipedia
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