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Treppen mit Gottes Segen

Treppen mit Gottes Segen

Berlin-Kreuzberg, Yorckstraße – dort wurde 1906 / 1907 die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius im neugotischen Stil nach den Architekturplänen von Max Hasak erbaut. Weithin sichtbar steht die rote Backsteinkirche mit den Doppeltürmen an der vielbefahrenen Yorckstraße. Wie ein Bollwerk schirmt die Kirche die dahinterliegende Wohnanlage ab. Ein begrünter Innenhof, ruhig und mit tollen Bäumen bepflanzt ist der Mittelpunkt, wovon alle Wohneingänge abgehen oder hinführen. Wenn man von außen den Hof zum ersten Mal betritt fühlt man sich wie beim Erreichen einer Oase. Über schmale Gehwege erreicht man die verglasten Eingänge der Wohnhäuser. Der kurze Flur mit Briefkästen, Infoboard öffnet sich zu einem halbkreisförmigen Treppenhaus. Die Treppen wendeln sich halbkreisförmig von Etage zu Etage. Eine sehr interessante Metallkonstruktion bildet das Stützwerk der Treppe. Geschraubte und genietete Einzelkomponenten aus Flach-, Rund- und Profilstahl sind Stützwerk und Ornamentik in Einem. Es ist eine Kombination aus traditioneller Schmiedetechnik und industriell gefertigter Halbwaren. Das paßt auch hervorragend zu der Zeit, wo immer mehr die Fertigung von kleinen Manufakturen zu großen Firmen wechselte, die ein festes Sortiment vom Lager abverkauften. Das Geländer ist eine Fortsetzung der Konstruktion. Die halbrunde Form, die durchlaufenden Handläufe und die Ornamentik zeigen die Wertigkeit und die architektonische Bedeutung des Treppenhauses.

Ganz interessant ist der Fakt, dass die Wohnanlage nur zur Finanzierung des Kirchenbaus erdacht wurde. Mit den Mieten sollte die Gemeinde langfristig finanziell stabil aufgestellt werden, was aus heutiger Sicht sehr gut funktioniert hat.

Eine Frage bleibt allerdings offen. Hat es bei den Treppen mit Gottes Segen weniger Unfälle oder Schäden gegeben? Wir wissen es nicht und es ist eigentlich auch egal. Eine schöne Treppe bleibt eine schöne Treppe.

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