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Wellcome = Welcome

Wellcome = Welcome

Unser Titel ist kein Schreibfehler, sondern ein kleines Wortspiel. Das Wellcome Museum in der  Londoner Euston Road heißt alle Besucher stets welcome, was mich zu diesem Titel führte. Aber dies sei nur am Rande erwähnt.

Es geht ja auch viel mehr um das Gebäude, welches bereits 1931/32 erbaut und 2004 rekonstruiert und umgebaut wurde. Sir Henry Salomon Wellcome war ein enthusiastischer Reisender und sammelte Bücher, Zeichnungen und Kunstgegenstände. Insbesondere hatte es ihm die Medizin angetan. Bereits zu Lebzeiten stellte er in einer Art Museum die gesammelten medizinischen Artefakte aus. So ist eine skurrile  Mischung der Medizin von den Anfängen bis zur Gegenwart entstanden. Ehrlich gesagt man muss schon gute Nerven haben und in gewisser Weise schmerzresistent sein, um alle Abteilungen der Ausstellung zu durchwandern. Schrumpfköpfe sind genauso zu sehen wie grobe OP-Werkzeuge aus den Anfängen der modernen Medizin, Schamanenutensilien, wie auch Prothesen, die eher an ein Tischbein erinnern als an eine Gehhilfe. Unter Berücksichtigung der fehlenden oder zumindest schwach entwickelten Anästhesie bin ich zufrieden, dass ich erst 1972 geboren wurde.

2004 wurde das Nachbargebäude erworben und der Wellcome Trust beauftragte das Architekturbüro Michael Hopkins & Partner mit der Umgestaltung und Verbindung beider Gebäude. Als Architekt war es immer sein Bestreben gewesen, die Grenzen des Materials zu erweitern. Und so verwundert auch die Wendeltreppe nicht, die passend zum Thema von der menschlichen DNA inspiriert wurde. Eine Freiform auf Basis einer Ellipse führt mit unterschiedlichen Radien nach oben. Dabei entspringt die Treppe im Boden, wird zur Sitzbank, um dann später als Treppe nach oben zu führen. Die Blechverkleidung bildet den seitlichen und unteren Abschluß der Treppe. Jedes Stück der Treppe ist anders gebogen oder gekantet, um am Ende doch zu einem großen Ganzen zu werden. Handwerklich ist dies schon ein Meisterwerk – Extrem 3D würde man es heute nennen. Die Treppe aus Stahl, Stein und Glas ist ein Mittelpunkt und zentrales Meisterstück in einer ungewöhnlichen Ausstellung.

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